Fabien Jobard, directeur de recherches au CNRS spricht am 04.02.2020 in Freiburg

Abstract: Aus Frankreich erreichten uns in letzter Zeit vermehrt erschreckende Bilder: Vermummte Polizeibeamte auf illegalen nächtlichen Protestzügen auf den Champs-Elysées, schlagende Polizeigruppen ohne Erkennungszeichen gegen wehrlose Demonstranten, Einsatz von Hand-, Blend- und Schockgranaten bzw. von Hartgummigeschossen, die beispielsweise im Rahmen der Gelbwestenbewegung zu dutzenden Verstümmelungen bei protestierenden BürgerInnen geführt haben. Ist Frankreich angesichts seiner Polizeikräfte auf dem Weg zu einer "illiberalen Demokratie"? Gehört Frankreich zum politischen Modell des "autoritären Liberalismus"? Dieser Vortrag beleuchtet Bedeutung und Rolle der Polizei in der Demokratie: Im Rahmen eines vergleichenden Blicks auf Frankreich und Deutschland seit 1945 wird versucht, die Polizei aus Sicht der Demokratietheorie zu verstehen und ein präzises Bild davon zu zeichnen, was praktisch unter "Demokratie" in Westeuropa zu verstehen ist.

Zeit: Dienstag, 04. Februar 2020, 20 Uhr c.t.

Ort: KG I HS 1199 Universität Freiburg

Der Vortrag wird in Deutsch gehalten.

Aushang

Fabien Jobard ist Forschungsleiter einer Abteilung der französischen Forschungsorganisation Centre national de la recherche scientifique (CNRS). Er arbeitet sowohl am Centre de recherches sociologiques sur le droit et les institutions pénales in Versailles als auch am Centre Marc Bloch (CMB) in Berlin. Er untersucht die zeitgenössischen Formen der Gewaltausübung durch die Polizei und die sozialen Bewegungen in Frankreich, die Rolle der Kriminalität und der Strafe in der Gestaltung der Gesellschaft in Deutschland und Frankreich und die (Un-)Gleichbehandlung der Angeklagten durch die französische Strafjustiz.

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